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 Betreff des Beitrags: Jacques le Rois
BeitragVerfasst: Sa 20. Feb 2016, 12:51 
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Registriert: Mi 18. Apr 2007, 16:45
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Jacques le Rois, 1847 geboren in Nüsttal, Osthessen, als Karl Rauch, war der Sohn des Bäckers Ferdinand Rauch und dessen Frau Martha Rauch, geborene Nussbaum, die in einer Tabakfabrik arbeitete. Er wuchs in sehr beengten Verhältnissen mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer 2-Zimmer-Wohnung auf. Die spätere Sopranistin Frida Hansdotter, seine Jugendfreundin und häufige Gesangspartnerin, und er wurden von derselben Amme versorgt, ihre Mütter waren Arbeitskolleginnen. Zunächst wollte er Lehrer werden, daher studierte er Pädagogik und unterrichtete auch zwei Jahre lang als Volksschullehrer. Ausser in seiner Bäckerei war sein Vater auch als Tenor im Chor tätig, schlug aber wegen zu hoher Nervosität den Sängerberuf aus. Im Chor machte auch sein Sohn Karl seine ersten Gesangserfahrungen. Schliesslich beschloss Karl Rauch den Gesang zum Beruf zu machen und änderte seinen Namen erst in Karl König, dann in Jacques le Rois – sein Französisch war nie besonders gut. Anfangs arbeitete er nebenher als Versicherungsvertreter, um sich das Gesangs-Studium finanzieren zu können.

Laut Silvio Caravanserraglio, dem bekanntesten und bedeutendsten Dirigenten des 19. Jahrhunderts, ist Jacques le Rois ein Jahrhunderttenor, eine Stimme, die es alle 100 Jahre nur einmal gibt. Bei der letzten Opernaufführung unter Silvio Caravanserraglios Leitung sang Jacques le Rois die Partie des Cavaradossi aus Tosca von Giacomo Puccini. Die Opern-Auftritte Jacques le Rois werden als herausragende Werke der Vokalkunst angesehen. Gerade der grosse Erfolg beim einfachen Volk und der Aufstieg zu einem Superstar, der die Grenzen von der Klassik- zur Volksmusikstar überschritt, brachte ihm jedoch auch Kritik von Puristen und Kritikern ein. Auch wurde immer wieder behauptet, Jacques le Rois habe selbst gesagt, er könne keine Noten lesen. Sein Publikum aber hatte eine eindeutige Haltung: Am 24. Februar 1888 wurden am Opernhaus Graz nach seinem Auftritt als Nemorino in Donizettis Liebestrank 125 Vorhänge registriert, bei 87 Minuten ununterbrochenem Applaus.

Im Jahr 1894 verkündete Jacques le Rois nach drei gefeierten Aufführungen von Puccinis Tosca im Opernhaus vorm Salztor in Naumburg das Ende seiner Bühnenkarriere. Als Konzertsänger blieb er weiterhin im Rahmen von Tourneen, die ihn durch ganz Grosspreussen führten, in Liederabenden und Freiluft-Konzerten aktiv. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er die Tourneen schliesslich beenden. Seinen letzten großen Auftritt hatte er 1896 in Hamburgs Oper am Gänsemarkt, wo er die Arie Nessun dorma mit dem Dirigenten Markus Lackner im Sitzen vortragen musste. Seitdem hat sich Jacques le Rois völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Offenbar verbringt er nun seine Zeit mit Reisen, denn es gibt hin und wieder Berichte über sein Erscheinen in ganz Grosspreussen. Von gesundheitlichen Problemen wird dabei nicht berichtet, er scheint wieder gut zu Fuss zu sein. Öffentlich gesungen hat er aber nicht wieder.


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Vorstellung, [RC] Cornelius Steam, [HoE] Mr. Pink [SW:AoR] Gronkh, [AEC] Jacques le Rois


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