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 Betreff des Beitrags: Am Ende des Weges
BeitragVerfasst: Mo 5. Sep 2011, 00:22 
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Registriert: Fr 16. Feb 2007, 14:39
Beiträge: 5074
Wohnort: Tempelhof
Jede Reise beginnt mit einem einfachen kleinen Schritt, sagte einst ein weiser Mann. Und sobald eine Reise beendet ist, da beginnt eine neue.
Die Reise war nun zuende und gleichzeitig begann eine neue, Minh Yue spürte es und sie wußte, es lag in ihrer Verantwortung. Sie fühlte sich schuldig, doch sie sah keinen anderen Weg.
Als Liu Feng das erste Mal zu ihr kam, kurz nach dem sie die Drachenhorte verlassen hatten, in dem sie geboren war und wo sich ihr Volk vor den Kindern der zwölf Schrecken versteckt hatten, als sie das erste Mal den Glanz der kaiserlichen Stadt, von den Schrecken unberührt, sah, da spürte sie die Dunkelheit, die von dem Mann ausging. Die Tätowierungen hatte er unter Tüchern und Illusionen verborgen, so daß niemand seine schändlichen Taten auf den ersten Blick erkennen konnte. Doch Minh Yue hatte er nicht getäuscht. Und obwohl er nicht älter als vierzig oder fünfzig Jahre zu sein schien, verrieten seine Augen die Wahrheit. Er war uralt. Mehrere hundert Jahre alt. Die Jugend des Phönix, den er einst erschlagen und durch dunkle Magie an seinen Körper gebunden hatte, ließ ihn nicht mehr altern.
Und wenn ein einfacher Mensch derart alt und mächtig wurde, so wuchsen seine Gier und seine Ansprüche. Minh Yue, gesegnet und verflucht von der Gabe der Vorhersehung sah seine dunklen Machenschaften. Sie sah seine Gier nach dem Jadethron des Kaisers von Cathay. Sie sah Tod und Chaos.
Und er wußte es.
Er fragte sie nach seinen größten Feinden. Und dort sah sie sie. Doch es waren keine Cathayer, wie sie vermutet hatte. Es waren westliche. Eine Obsidianerin, eine Elfin, ein Mensch und ein Zwerg, die ihn eines Tages zu Fall bringen würden und sie sagte es ihm.
Was sie verschwieg war jedoch, daß es diese vier niemals nach Cathay schaffen würden, ja, daß sie niemals auch nur das geringste Interesse hatten, ihn aufzuhalten, wenn er sie nicht zuvor herausforderte, wenn er sie nicht angriff.
Der Angriff war nun geschehen. Und obwohl Minh Yue tausende von Meilen weiter östlich war, spürte sie die Macht des dunklen Zauberers, der die vier in die Kristalle band. Nur so, hatte sie gesagt, könne er verhindern, daß sie nicht als rachsüchtige Geister ihn heimsuchten. Für einen so alten Mann war Liu Feng erfreulich abergläubig.
Die Reise für Opal, Alyssa Abendstern, Sinai Silberstein und M'erquori war beendet und die junge Cathayerin bedauerte die vier. Wenn sie zurückkehrten, wäre ihre Welt für immer verändert. Doch dies war die einzige Möglichkeit die Tyrannei Liu Fengs zu verhindern.

*****
Tagelang hatte Nialle die Gegend abgesucht. Wochenlang war sie den Spuren gefolgt und Monatelang hatte sie die besten Zauberer, die sie finden konnte - und das waren in Weißklippe und Parlainth nicht wenige - darauf angesetzt, Alyssa, Opal und die anderen zu finden. Vergeblich. Ihre Schwester war wie vom Erdboden verschwunden. Noch erstaunlicher war das Verschwinden M'erquoris und Marvins. Jeder, den sie befragte, war sich sicher, daß der Geselle nicht mit ihrer Schwester gereist war. Doch niemand wußte, wohin er gegangen war. Niemand hatte ihn gesehen. Sein getreuer Papagei Marvin war am Tag seines Verschwindens gesehen worden, wie er allein nach Norden flog, aber das war es auch. Die vier blieben wie vom Erdboden verschluckt. Alles, was sie fanden waren die beiden Pferde, die sie ihnen für die Reise organisiert hatte, die friedlich auf einer Wiese grasten.
Anderthalb Jahre später, am Ende des Parlainther Bürgerkriegs, hatte sie die Hoffnung aufgegeben.

*****
Luni hatte Angst. Der böse Mann, der Alyssa, die Steinfrau und den Bierbart verzaubert hatte, würdigte sie keines Blickes. Lachend packte er die zwölf Kristalle ein, die er vor sich ausgebreitet hatte und in denen die drei und der Mann, der mit ihr reden konnte gefangen waren. Doch sie traute sich nicht, etwas zu unternehmen. Was hätte sie schon tun sollen?
Schließlich bemerkte er sie doch. "Was haben wir denn da?" sagte er bedrohlich. "Komm nur näher. Ein Einhorn fehlt mir noch in meiner Sammlung." Aus seinen Gewändern zog er ein Kurzschwert hervor und näherte sich Luni.
Luni rannte fort. Sie rannte so schnell und so weit sie konnte und als sie schließlich eine dichten Wald erreichte, in dem sie sich verstecken konnte, stellte sie fest, daß sie ganz allein war und nicht mehr wußte, wie es nach Hause geht.
Tage und Nächtelang irrte sie durch die Wälder und Wiesen, immer in Angst vor den großen Raubtieren, wie das Monster, daß einst ihre Mutter tötete, auch wenn sie sich kaum daran erinnern konnte.
Am siebenten Tag ihrer Wanderung nahm sie plötzlich einen Schatten war und ein riesiges, wurmartiges Wesen stürzte auf sie nieder. Der Lindwurm verfehlte sie nur, weil Luni sich in letzter Sekunde zu Boden warf, doch die Bestie machte sich zu einem neuen Angriff bereit. Luni wollte fortrennen, doch weit und breit war kein Wald in Sicht. Lediglich ein Dickicht in der Nähe konnte Schutz bieten und dorthin rannte sie, während die Bestie immer und immer wieder auf sie herabschoss.
Schließlich erwischte die Kreatur sie mit den Klauen und riss ihre Flanke auf. Sie strauchelte und stürzte, kurz vor der rettenden Deckung. Der Schmerz war unglaublich.
Dann war die Bestie gelandet und versperrte ihr den Weg. Der bedrohliche, giftige Stachel zuckte vor in ihre Richtung. Die Bestie lauerte.
Dann plötzlich, wie aus dem Nichts explodierte die Bestie in einem Meer aus Blut und Eingeweiden.
Ängstlich starrte das kleine Einhorn auf den zerrissenen Körper. Wer war zu so etwas fähig?
"Ich dachte mir, du könntest etwas Hilfe gebrauchen:" sagte jemand aus den Ästen und ein blauer Papagei flog auf sie zu. "Ich kümmer mich um deine Verletzung und dann wirst du mir erzählen, was mit M'erquori, Alyssa, Opal und Sinai passiert ist."
Tränen liefen Lunis Schnauze herunter, aber sie nickte. Dann erzählte sie dem Papagei alles.

****
30 Jahre später:
Was auch immer sie einst getan hatte, um Liu Feng aufzuhalten, viel hatte es nicht gebracht. Zwar hatte er nie das Herz der Helden und das Herz der Dunkelheit finden können, zwar war er nicht Kaiser von Cathay, doch dem Land ging es nicht viel besser, als unter der Dunkelheit, die Minh Yue einst vorhergesehen hatte.
Kaum war der Zauberer aus dem Westen zurückgekehrt, war der Kaiser gestorben und sie wußte, daß er seine Finger mit im Spiel hatte. Der Kaiser hatte keine Erben und die fünf Wächter hatten das Land geteilt. Fünf Könige herrschten über Cathay, jeder mit dem Anspruch, Kaiser zu werden. Aus der Dunkelheit zog Liu Feng die Fäden, war der heimliche Herrscher des Landes. War es das, was sie vorhergesehen hatte? Waren die vier Gefangene der Kristalle jene, die ihr Land wieder zu Frieden bringen konnten? Es war an der Zeit, den nächsten Schritt der Reise zu gehen und ein paar Hebel in Bewegung zu setzen.

_________________
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